· Pressemitteilung

112 – Eine Nummer, die Leben rettet

Foto: DRK KV Celle
Foto: DRK KV Celle
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Der Leiter des DRK-Rettungsdienstes Cord Pukall beantwortet anlässlich des Europäischen Tages des Notrufs die wichtigsten Fragen zum Notruf.

Am 11.2. wird europaweit der Tag des Notrufs begangen (Der Europäische Tag des Notrufs findet jährlich am 11. Februar statt). Anlass ist die einheitliche Notrufnummer 112, die in allen EU-Staaten gilt und rund um die Uhr schnelle Hilfe bei medizinischen Notfällen, schweren Unfällen oder Bränden garantiert. Die 112 wurde im Jahr 1991 als einheitliche Notrufnummer in der Europäischen Union eingeführt, in Deutschland ist sie bereits seit 1973 etabliert.

Der Aktionstag macht auf die lebensrettende Bedeutung der 112 aufmerksam – und darauf, wie wichtig es ist, sie richtig zu nutzen. Cord Pukall ist Leiter des DRK-Rettungsdienstes. Als beauftragter Leistungserbringer des Landkreises Celle stellt der DRK-Kreisverband Celle e.V. den Rettungsdienst in Stadt und Landkreis als größter Anbieter in der Region seit über 75 Jahren sicher. Nachfolgend beantwortet der erfahrene Notfallsanitäter die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was ist damit gemeint, wenn es heißt, die Nummer müsse richtig genutzt werden?

Cord Pukall: Die 112 ist für Notfälle gedacht, bei denen schnelle Hilfe lebenswichtig ist, zum Beispiel bei:

  • schwerer Atemnot oder Bewusstlosigkeit
  • plötzlich auftretenden, starken Brust-, Bauch oder Kopfschmerzen
  • schweren Verletzungen oder starken Blutungen
  • schweren Verkehrsunfällen oder Bränden


In der Praxis wird die 112 jedoch auch bei nicht akuten Beschwerden gewählt. Dieses kann dazu führen, dass Rettungsmittel dann bei solchen weniger gravierenden Einsätzen gebunden sind, für echte medizinische Notfälle deshalb aber kurzfristig fehlen.

Wo landet der Ruf 112?

Cord Pukall: Wer die 112 wählt, erreicht direkt die zuständige Leitstelle. In der Region Celle ist dies die Feuerwehreinsatz- und Rettungsstelle des Landkreises Celle. Von dort aus werden Notfälle koordiniert und die erforderlichen Einsatzkräfte alarmiert. 

Wie soll man vorgehen, wenn Beschwerden oder Verletzungen nicht so gravierend sind, aber man durchaus medizinische Hilfe benötigt?

Cord Pukall: In Deutschland stehen für medizinische Hilfe zwei zentrale Rufnummern zur Verfügung, zwei Nummern – zwei Aufgaben:

  • 112 für akute, lebensbedrohliche Notfälle
  • 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxiszeiten


Nicht jede Erkrankung ist ein Notfall. Wer außerhalb der regulären Praxiszeiten medizinischen Rat oder Hilfe benötigt, kann sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 wenden. Dort erhalten Patientinnen und Patienten rund um die Uhr Unterstützung, unter anderem bei:

  • leichten Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen
  • Fieber oder grippalen Infekten
  • der Organisation ärztlicher Hausbesuche
  • medizinischer Beratung per Telefon 


Es ist wichtig, abzuwägen, ob wirklich die 112 gewählt werden muss oder ob die 116 117 ausreicht. Die Leitstelle erfasst jedes Hilfeersuchen anhand einer standardisierten Notrufabfrage und entscheidet im Zweifel zugunsten der Sicherheit des Betroffenen. Wie oben bereits gesagt, kann dieses dazu führen, dass Rettungsmittel in diesen Einsätzen gebunden sind und für echte medizinische Notfälle kurzfristig fehlen.

Gibt es Optimierungsbedarf? Wie sieht die Zukunft des Notrufs aus?

Cord Pukall: Der Slogan beim Blick in die Zukunft lautet: bessere Steuerung durch Vernetzung. Perspektivisch sollen Rettungsdienst, ärztlicher Bereitschaftsdienst und Notaufnahmen von Krankenhäusern enger zusammenarbeiten. Im Rahmen der geplanten Reform der Notfallversorgung ist vorgesehen, die Rufnummern 112 und 116 117 digital zu vernetzen. Ziel ist eine gemeinsame Gesundheitsleitstelle, die Hilfesuchende strukturiert und zielsicher in die passende Versorgungsebene lenkt. So könnten Rettungsdienst und Notaufnahmen spürbar entlastet werden – bei gleichbleibend hoher Sicherheit und mit höherer Zufriedenheit für die Bevölkerung.

Jeder sollte die Notrufnummer kennen und richtig nutzen. Was ist darüber hinaus wichtig?

Cord Pukall: Jeder und jede kann helfen und einen wichtigen Beitrag leisten – durch die richtige Wahl der Rufnummer und durch Kenntnisse in Erster Hilfe. Schnelles und richtiges Handeln kann im Ernstfall Leben retten.